{"id":20,"date":"2022-10-21T12:13:55","date_gmt":"2022-10-21T10:13:55","guid":{"rendered":"https:\/\/ampertaler.de\/?page_id=20"},"modified":"2022-10-21T15:23:44","modified_gmt":"2022-10-21T13:23:44","slug":"frauentracht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ampertaler.de\/?page_id=20","title":{"rendered":"Frauentracht"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"432\" src=\"https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-99\" srcset=\"https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht.jpg 576w, https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><br>Die Bluse und das Unterzeug<br><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bluse der Deandl und Frauen ist aus wei\u00dfem Batist f\u00fcr die Festtracht. Fr\u00fcher gab es noch Leinenblusen f\u00fcr Werktags, ohne Verzierungen. Die Schultern\u00e4hte werden jetzt oft mit rotem, sogenanntem B\u00e4umchenmuster verziert und die \u00c4rmelkanten mit schmalen Borten und R\u00fcschen aus Spitzen. Die \u00c4rmel sind \u00be lang und sehr bauschig. Diese Bluse wurde auch als Halskittel bezeichnet. Auch die Sch\u00fcrzen der ledigen Deandln sind aus wei\u00dfem Batist oder leichtem Leinen gen\u00e4ht. F\u00fcr die Sch\u00fcrzenb\u00e4nder verwendet man breite, bunte Borten oder hellblaue B\u00e4nder aus Moir\u00e9e. Das Unterzeug der gro\u00dfen und kleinen Ampertalerinnen ist wei\u00df und mit wei\u00dfer Spitze und roten B\u00e4ndern am Knie verziert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Boinkittl<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Dachauer Boinkittl, auch Tragmiederrock genannt, ist einzigartig und \u201epfundig\u201e. Wer ihn einmal stundenlang in gro\u00dfer Sommerhitze getragen hat oder gar damit getanzt hat, der wei\u00df von was die Rede ist. 15 Pfund und mehr bringt dieses Schwergewicht auf die Waage. (7,5 bis 8m schwarzer Wollstoff in 90 Falten gelegt). Das man so einen \u201ePfundsrock\u201c nicht einfach kaufen kann ist verst\u00e4ndlich. Der Stoff wird geschnitten, 4 oder 5x die fertige Rockl\u00e4nge bei 1.50 m Stoffbreite. Nach dem zusammenn\u00e4hen bekommt der Rock unten einen roten oder gelben 1-2 cm breiten Sto\u00df aus d\u00fcnnem Wollstoff, rechts angesetzt und nach links umgeschlagen. Der Stoff wird auf einem gro\u00dfen Tisch ausgebreitet und nun folgt eine exakte Vorzeichnung und Einteilung der Falten. Gleichm\u00e4\u00dfig werden sie dann zusammengeschoben und vern\u00e4ht. 4 x an den vorgezeichneten Linien quer \u00fcber den ganzen Stoff von 7,50 m Breite. Jede der 4-5 cm tiefen Falten wird mit Spagat, also Hanfschnur, festgen\u00e4ht. Besonders die unterste Reihe hat es in sich. 7 Lagen Wollstoff m\u00fcssen bei jedem Stich durchbohrt werden. Au\u00dferdem muss jede waagrechte Naht anders bearbeitet werden. Unten muss zwischen jede Falte noch ein Finger passen. Die oberste, vierte Naht ist so eng, dass sie fast schon der Taillenweite der sp\u00e4teren Tr\u00e4gerin entspricht. In der Mitte vorne bleibt ein 20 cm breiter Streifen ohne Falten, damit man besser gehen kann und er dient als Ausgleichsst\u00fcck, wenn die Tr\u00e4gerin einmal ein wenig dicker werden sollte. Dann ist es endlich soweit, der Rock ist fertiggen\u00e4ht. Er wird hochgehoben und gesch\u00fcttelt und siehe da, die Stehfalten fallen wundersch\u00f6n in ihre typische Form. Der Rock muss unten nach au\u00dfen schwingen und nicht wie ein Butterfass nach innen fallen. Oben steht immer noch ein etwa 15 cm breiter Rand \u00fcber, der nun gerollt wird. Fr\u00fcher wurde hier Flachs, Schafwolle oder Flicken eingearbeitet. Der dadurch entstehende Wulst muss nun wieder Falte f\u00fcr Falte links angen\u00e4ht werden. Dieser H\u00fcftwulst verleiht sp\u00e4ter seiner Tr\u00e4gerin ein rundes stattliches Aussehen. Es geh\u00f6rt schon viel Liebe zu Tracht und Tradition dazu, diesen Rock zu tragen. Wenn man aber mehr \u00fcber die Herstellung und Kostbarkeit dieser Tracht wei\u00df, oder gar selbst eine eigene im Schrank h\u00e4ngen hat, kann nachf\u00fchlen, wie stolz die Tr\u00e4gerinnen fr\u00fcher auf ihre Kleidung waren. Ein wenig wollte man schon zeigen wer man war und was man sich leisten konnte. Daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert. Das oben angen\u00e4hte Mieder mit der pr\u00e4chtigen Borte, dem sch\u00f6n verzierten Spiegel am R\u00fcckenteil, der breiten Verschn\u00fcrung und dem mit Gold und Silber reich bestickten Vorstecker, blitzt und gl\u00e4nzt. Von Dachau bis Landsberg war der Rock fr\u00fcher das Festgewand der B\u00e4uerinnen. Im Dachauer Raum hat er sich am l\u00e4ngsten erhalten und wird jetzt von den Mitgliedern des Trachtenerhaltungsvereins D\u2019 Ampertaler in Ehren gehalten. Der ungew\u00f6hnlich aussehende Tragmiederrock pr\u00e4gt das Erscheinungsbild der Dachauer Frauentracht, das selbst ein nicht so guter Trachtenkenner wei\u00df \u201edie Dachauerinnen kommen\u201c. So tr\u00e4gt der Rock auf liebenswerte Weise dazu bei, unsere Dachauer Tracht weit \u00fcber unsere bayrische Grenze hinaus bekannt zu machen.<br><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Goller<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Goller ist meist aus derselben Seide wie die Sch\u00fcrze. Er ist mit Gold- oder Silberborten eingefasst und wird vorne mit H\u00e4kchen geschlossen. Eine schmale Borte oder eine Erbskette unter den Armen hindert den Goller am Verrutschen. Vier Silberkn\u00f6pfe zieren den vorderen, unteren Rand. Er ist bei Dirndln und Frauen gleich gen\u00e4ht. Der Goller hatte die Funktion, den Ausschnitt zu verh\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Schleifenhaube\/Stickereien an der alten Dachauer Tracht<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Haube der kleinen Dirndln ist aus wei\u00dfem Batist. Den vorderen Rand schm\u00fcckt eine sch\u00f6ne Spitze. Darunter h\u00e4lt ein rotes Band die Haare fest. Ein hellblaues Moireeband, zu einer Schleife gebunden, bildet den Abschluss. Die Haube der erwachsenen Frauen ist genauso geschnitten, aber aus schwarzem Jacquard. Den Haubenboden ziert eine meist aufwendige Blattstickerei (in Sprengtechnik).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Spenzer und die Sch\u00fcrzen<\/h3>\n\n\n\n<p>Einen Spenzer haben nur wenige der kleinen Deandln an. Als Notl\u00f6sung dient eine einfarbige Strickjacke. Bei den Frauen sind Sch\u00fcrzen und Spenzer aus demselben Stoff gen\u00e4ht. Der Grundton ist dabei dunkel oder schwarz, in Seide oder Halbseide, mit kleinen Blumen, Streifen oder Karos in mehreren Farben gehalten. Die halbrunden Vorderkanten der Jacke sind mit F\u00e4ltchen unterlegt und eng mit Silberkn\u00f6pfen best\u00fcckt. Sie ist sehr kurz, damit man die sch\u00f6ne Stickerei auf dem Mieder sehen kann. Die langen, engen \u00c4rmel, vorn wieder mit F\u00e4ltchen, sind an den Oberarmen gebauscht und mit Flies unterlegt. Die Jacke f\u00fcr den Winter hatte fr\u00fcher wattierte, gewaltige Schinken\u00e4rmel. Der Spenzer f\u00fcr den Sommer war bestimmt d\u00fcnner und leichter. Geschlossen wird die Jacke mit einer silbernen Schlie\u00dfe. F\u00fcr die Sch\u00fcrzen der Frauentracht braucht man zweimal die Rockl\u00e4nge. Die F\u00e4ltchen werden von Hand gestiftelt. Die Sch\u00fcrze soll so gro\u00df sein, dass sie fast den Boinkittl verdeckt, nur auf der R\u00fcckseite sind gut zwei handbreit Falten zu sehen. Die B\u00e4nder zur Sch\u00fcrze bestehen aus gef\u00fctterten, breiten Seidenborten. Die Enden zieren wieder gen\u00e4hte Rosetten oder Goldborten. Im Trauerfall sind Sch\u00fcrze und B\u00e4nder schwarz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Florschnoin, Spenzerschlie\u00dfn, Miederhakerl und Silberkn\u00f6pf<\/h3>\n\n\n\n<p>Jetzt fehlt noch der Schmuck, die silberne Florschnoin. Sie ist bei Deandln und Frauen gleich gestaltet, nur die Gr\u00f6\u00dfe variiert erheblich. Ein rechteckiges, schwarzes St\u00fcck Seidenflor wird zu einem schmalen Band gefaltet, zweimal um den Hals geschlungen und vorne mit der Silberfiligranschnoin geschlossen. Rechts und links neben der Schnoin bilden Riegel mit Blattstickerei den Abschluss. Manche Schnoin waren so gro\u00df, dass die Tr\u00e4gerin den Kopf nicht mehr bewegen konnte. \u201eSch\u00f6nheit muss eben leiden\u201c, sagt ein altes Sprichwort. Die kleinen Dirndln tragen auch schon winzige Florschoin oder zwei sch\u00f6ne Kn\u00f6pfe auf dem Florband. Schlie\u00dfn und Silberkn\u00f6pf verzieren den Spenser. Die Miederhakerl sind nicht so aufwendig, da sie bei der Dachauer Tracht fast unsichtbar innen am Mieder festgen\u00e4ht sind. Dann haben wir noch den \u201eGoller-Boin\u201c. Das ist ein kleiner Anh\u00e4nger gestaltet wie ein Tannenzapfen oder eine durchbrochene Filigranarbeit. Der \u201eBoin\u201c h\u00e4ngt heute am Mieder. Manche Ampertalerinnen tragen stattdessen eine kleine Uhr an einem kurzen Ketterl. Und im Korb liegt noch eine Kostbarkeit, der Rosenkranz. Bestehend aus kleinen Filigrankugerln und einen sch\u00f6nen Kreuz.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der bestickte Stiefelhansl (Vorstecker) und der Spiegel auf dem Miederr\u00fccken<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Spiegel auf dem Miederr\u00fccken sowie der \u201eStiefelhansl\u201c sind wie bei der Schleifenhaube mit goldener und silberner Sprengstickerei verziert. Dazu werden alte, \u00fcberlieferte Motive verwendet. F\u00fcr den Stiefelhansl wird der fertig bestickte meist schwarze Stoff mit Gold- und Silberborten eingefasst und auf einen schildf\u00f6rmigen Karton aufgezogen. Der verwendete Karton ist so steif und fest, dass der Vorstecker seiner sp\u00e4teren Tr\u00e4gerin eine platte Vorderseite beschert. Das ist wohl ein \u00dcberbleibsel der ehemals sehr strengen Kleiderordnung. Um Kosten zu sparen kann auch bunter Stoff zum Bezug des Stiefels verwendet werden, der mit sch\u00f6nen Borten verziert wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wei\u00dfblaue Sch\u00f6nheiten, die Str\u00fcmpfe<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei Trachtenumz\u00fcgen in S\u00fcdbayern, die meist an hei\u00dfen sonnigen Tagen abgehalten werden, fallen die dicken handgestrickten Str\u00fcmpfe der Teilnehmerinnen besonders in Auge. Da h\u00f6rt man dann sehr oft den erstaunten, sp\u00f6ttischen Ausruf :\u201eUi schau wos hom den de f\u00fcr Schuha und Str\u00fcmpf o\u201c! Gemeint sind dann die Dachauerinnen. Ihre F\u00fc\u00dfe stecken in schwarzen, flachen, rotverzierten Schuhen und hellblauen, schwarz &#8211; wei\u00df verzierten Str\u00fcmpfen, die es allerdings verdienen genauer betrachtet zu werden und der zweite Kommentar der Zuschauer ist dann oft:\u201c Ui san de schee\u201c. Und das sind sie auch. Kein Ornament gleicht dem Anderen. Wenn das Muster nicht \u00fcberladen ist, kann man auch noch lila, gr\u00fcne oder rote \u201eDipferl\u201c einsticken. Sch\u00f6n harmonisch muss alles bleiben. Ein Strumpf hat L\u00e4ngsn\u00e4hte und jeden Zwischenraum f\u00fcllt ein eigenes Muster. Der wei\u00dfe Frauenstrumpf, diese Kostbarkeit ist auch wei\u00df bestickt und geh\u00f6rt zur alten Dachauer Brauttracht. Beim Besticken der Frauenstr\u00fcmpfe kommt man aus dem z\u00e4hlen und Rechnen nicht heraus. Denn alle Exemplare haben eine sch\u00f6ne Form und lassen sich ausgezeichnet tragen. Nichts darf zwicken oder rutschen. Zwischen den vielen Kostbarkeiten liegt noch eine Rarit\u00e4t, ein Strumpf mit Lochmuster. Den zu stricken und zu sticken ist die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung.<br><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Doschenschuhe<\/h3>\n\n\n\n<p>Die kleinen Deandln haben meist noch keine Doschenschuhe an. Sie w\u00fcrden zu schnell \u201edrauswachsen\u201c. Aber die Frauen sind alle stolz auf ihre einmaligen Doschenschuhe, leicht zu bekommen sind sie nicht. Es sind schwarze Halbschuhe mit einem roten Lederband eingefasst. Auf der Schuhspitze sitzt ein schwarzer \u201eDoschen\u201c.<br>(\u00dcbrigens: Doschen sind Fransen)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6rbe, Taschen und Schirme<\/h3>\n\n\n\n<p>Zur vollst\u00e4ndigen alten Dachauer Frauentracht geh\u00f6rt so manches Zubeh\u00f6r und Drumherum, das man nicht so einfach kaufen kann, das aber den Wert der Kleidung betr\u00e4chtlich erh\u00f6ht. Ein Tragekorb geh\u00f6rt dazu. Der Tragekorb der B\u00e4uerinnen war sch\u00f6n bunt bemalt oder mit Leder bezogen. Manchmal wird der leder\u00fcberzogene Korb als Hochzeitskorb bezeichnet. Manch lederbezogene Korb zur alten Dachauer Frauentracht offenbart bei n\u00e4herem Hinsehen, oft noch weitere interessante Einzelheiten, z.B. bunte Steine, Spiegel oder in Leder eingefasste goldene Gl\u00e4ser. Dazu werden in die kleinen Scheiben aus D\u00fcnnglas christliche Symbole oder Motive eingeritzt und vergoldet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"576\" height=\"432\" src=\"https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100\" srcset=\"https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht2.jpg 576w, https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das erneuerte Dirndl<\/h3>\n\n\n\n<p>1920 fing Prof. Hermann Stockmann an, die alte Dachauer Tracht aus ihrem Dornr\u00f6schenschlaf zu holen, da sie aus Stadt und Land verschwunden war. Er sammelte ganze Trachten oder zu mindestens Trachtenteile. Im Umland war der Wert dieser Kleidung sehr gesunken. Die Samtweste war noch beliebt, aber alles andere trug man h\u00f6chstens im Fasching. Schon damals kam man auf den Gedanken, die Frauentracht neu zu gestalten, um sie tragf\u00e4higer zu machen.1934 wurde in Zusammenarbeit von Prof. Hermann Stockmann und hiesigen Trachtenschneiderinnen eine neue Tracht entworfen und beim Lerchenberger ausgestellt. Gro\u00dfen Anklang fand sie anscheinend nicht, bei Festlichkeiten wurde von den Ampertalerinnen immer die alte Festtracht angezogen. 1936 und 1939 unter F\u00fchrung der NS-Herrschaft gab es erneut eine Neugestaltung der Frauentracht.1940 bei einer Veranstaltung der KdF traten die Frauen in der neuen Dachauer Tracht auf. Dieses Gwand war schmucklos und einfach ein Dirndl eben. Die M\u00e4nnertrachten blieben von diesen ewigen Erneuerungen vorerst verschont. Nach 1945 hatte man andere Sorgen, nun war man froh wenn es \u00fcberhaubt f\u00fcr ein Trachtengwand Stoff zu organisieren gab. 1952 hatte man sich soweit erholt, dass wieder an eine Neugestaltung der Tracht gedacht wurde. Unter Mitarbeit von Bezirksheimatpfleger Paul-Ernst Rattelm\u00fcller wurde eine leichte Tracht f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen gen\u00e4ht. Sie wurde im Heimatmuseum ausgestellt. Die Begeisterung hielt sich wieder in Grenzen. Nur die Knabenkapelle konnte sich daf\u00fcr erw\u00e4rmen und tr\u00e4gt seitdem bei Veranstaltungen diese Tracht und sie schauen sehr gut damit aus. Aber bei den Ampertalern tat sich auch etwas. Die M\u00e4nnertracht blieb wieder unver\u00e4ndert schneidig. Die Frauen lie\u00dfen sich nach dem Vorbild der alten Tracht einen schwarzen plissierten Rock n\u00e4hen. Das Mieder hatte den gleichen Schnitt wie die Alte Tracht. Anfangs waren die Goldborten der Verzierung noch einfach und schmal. Jetzt sind breit und bunt und der alten Tracht sehr angepasst. Dazu tr\u00e4gt man eine wei\u00dfe Bluse mit bauschigen \u00c4rmeln und Spitzenkragen und eine kleine Florschnalle. Spenser und Sch\u00fcrze aus Seide sind der alten Tracht sehr \u00e4hnlich. Wei\u00dfe Str\u00fcmpfe und Doschenschuhe oder andere Trachtenschuhe geh\u00f6ren dazu. Mit einer Kopfbedeckung w\u00fcrde daraus eine Tracht. Die Familie Eder und Hedi Heres von der Thoma-Gemeinde waren die Vorreiter. Dieses Dirndl wird in Dachau und im ganzen Landkreis bei Festlichkeiten gern getragen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"452\" height=\"303\" src=\"https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-101\" srcset=\"https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht3.jpg 452w, https:\/\/ampertaler.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Dachauer_Frauentracht3-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bluse und das Unterzeug Die Bluse der Deandl und Frauen ist aus wei\u00dfem Batist f\u00fcr die Festtracht. Fr\u00fcher gab es noch Leinenblusen f\u00fcr Werktags, ohne Verzierungen. 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